Im Detail
Grundlage ist der Begriff der Manufaktur, wie ihn das Wörterbuch des Verbands der Schweizerischen Uhrenindustrie (FH) fasst: ein meist größerer industrieller Betrieb, der alle oder nahezu alle Bestandteile einer Uhr ab dem Rohwerk selbst entwirft, entwickelt und herstellt. Das Gegenstück ist der Etablissage- oder Fertigstellbetrieb, der sich auf Zusammenbau und Ausstattung von Teilen beschränkt, die er bei spezialisierten Lieferanten einkauft. Ein Manufakturkaliber ist entsprechend ein Werk aus eigener Konstruktion und Fertigung.
Wie viel ein Hersteller selbst fertigt, wird oft als Fertigungstiefe angegeben. Der betriebswirtschaftliche Begriff bezeichnet den Anteil der Eigenfertigung am Produktionsprozess; in Prozent gerechnet ist das die Eigenfertigung geteilt durch die Summe aus Eigen- und Fremdfertigung. Je mehr ein Unternehmen selbst herstellt, statt Vorprodukte zuzukaufen, desto höher ist seine Fertigungstiefe.
Im Sprachgebrauch der Uhrenindustrie meint „Manufaktur“ also einen industriellen Betrieb mit eigener Teilefertigung, nicht zwingend Handarbeit. Der allgemeine deutsche Sprachgebrauch ist enger; dazu und zur Rechtsprechung der Eintrag Manufaktur.