Im Detail
Das Wort stammt aus dem Französischen; im Deutschen sind auch Finissierung oder Fertigbearbeitung gebräuchlich. Nach dem Wörterbuch des Verbands der Schweizerischen Uhrenindustrie (FH) hat ein mechanisches Werk relativ große Flächen ohne Kontakt zu beweglichen Teilen, die zur Erzielung eines Mehrwerts verziert werden. Vorherrschend sind Polieren, Anglieren mit dem Diamantstichel und Schleifen; weil Werkplatte und Brücken meist aus Messing bestehen, erhalten sie danach elektrolytisch eine feine Schicht aus Nickel, Gold oder Rhodium.
Zu den verbreiteten Dekoren zählen Genfer Streifen (rippenförmige Schliffe auf Brücken und Kloben), Perlierung oder Perlage und die Guillochierung. Hinzu kommen die Gratentfernung (französisch Anglage) an Trieben, Rädern, Kloben, Brücken und Werkplatte sowie polierte, brünierte oder gebläute Schrauben.
Für Genfer Streifen ist auch die Bezeichnung „Glashütter Streifen“ gebräuchlich. In der Schweiz verlangt die 1886 vom Kanton Genf eingeführte Genfer Punze (Genfer Siegel), die nur auf im Kanton zusammengebaute und regulierte mechanische Werke kommt, die Erfüllung von zwölf Kriterien, unter anderem zur Fertigstellung; geprüft wird das von einer Kommission unter Aufsicht der Genfer Uhrmacherschule.