Lexikon · Uhren & Schmuck

Kaliber

Auch: Uhrwerk

Kurz erklärt

Bezeichnung für einen bestimmten Uhrwerkstyp. Ursprünglich meinte das Wort die Anordnung der Werkteile, später auch Form, Herkunft oder Hersteller eines Uhrwerks.

Im Detail

Den Begriff verwendete bereits Henry Sully 1715 für die Anordnung der Werkteile wie Säulen, Räder und Federhaus. Später bezeichnete er auch die Form des Werks und der Brücken, den Ursprung der Uhr oder den Namen ihres Erbauers. Das FH-Wörterbuch unterscheidet etwa runde Kaliber von Formkalibern, zu denen alle nicht runden Werkformen zählen.

Von einem selbst konstruierten Werk zu unterscheiden ist das Rohwerk (französisch Ébauche): ein unvollständiges Uhrwerk aus spezialisierten Rohwerkfabriken, das heute aus Werkplatte, Brücken, Federhaus sowie Aufzugs- und Zeigerstellmechanismus besteht, aber ohne regulierende Teile und Zugfeder. Fertiggestellt wurde es traditionell in einem Etablissagebetrieb. Zusatzfunktionen kommen oft als Modul hinzu, einer Unterbaugruppe, die auf ein Basiskaliber montiert wird – etwa ein Chronographenmodul auf ein Werk, das ursprünglich nicht als Chronograph vorgesehen war.

Für die Schweizer Herkunftsangabe kennt das FH-Wörterbuch das „gleichwertige Kaliber“: ein in Frankreich oder Deutschland gefertigtes Kaliber, das nach einem Zusatzabkommen zwischen der Schweiz und der EWG vom 20. Juli 1972 ein Bestätigungsverfahren durchlaufen hat, damit eine Uhr mit einem Rohwerk aus der EWG das Label „Swiss made“ tragen darf. Die Einzelheiten regelt die eidgenössische Verordnung 232.119; die FH verzichtet seit 2005 auf die vorherige Prüfung.

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