Im Detail
Die Machart bezeichnet im Schuhbau die Verbindung von Schaft und Boden. Beim rahmengenähten Schuh verbindet eine Einstechnaht den Schaft und den Rahmen mit der Brandsohle; in einem zweiten Schritt wird die Laufsohle mit einer Doppelnaht an den Rahmen genäht. Der Hohlraum zwischen Brand- und Laufsohle wird mit einer Ausballung aus Kork, Filz oder Kunststoff gefüllt.
Bei der durchgenähten Machart läuft die Naht dagegen direkt durch Lauf- und Brandsohle; beim geklebten Schuh wird die Sohle mit dem Schaft verklebt, was erst nach der Erfindung eines passenden Klebstoffs in den 1920er Jahren aufkam. Weil beim rahmengenähten Schuh Laufsohle und Schaft getrennt verbunden sind und die Brandsohle nicht durchstochen wird, bleibt die Passform lange stabil und der Schuh ist besser reparierbar.
„Goodyear Welt“ ist die englische Bezeichnung für die maschinell rahmengenähte Machart: Der Amerikaner Charles Goodyear Jr. brachte 1869 die Einstechmaschine und ein Jahr später die Doppelmaschine auf den Markt. Von Hand gefertigte Schuhe dieser Art heißen „handrahmengenäht“ oder „handeingestochen“. Fast alle heute maschinell rahmengenähten Schuhe werden in einer Variante gefertigt, bei der statt der an der Brandsohle geschnittenen Risslippe ein Gemband unter die Brandsohle geklebt wird.