Im Detail
Der Leisten ist die dreidimensionale Form, auf der ein Schuh gebaut wird; er bestimmt Größe, Form und Absatzhöhe. Maßschuhmacher arbeiten den Maßleisten nach den Maßen des Kundenfußes aus einem Holzklotz, meist Buche, heraus oder lassen ihn von einem Leistenbauer herstellen. Konfektionsschuhe entstehen dagegen auf Leisten, deren Maße auf Erfahrungswerten der Hersteller beruhen.
Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts fertigte der Schuhmacher Schuhe in der Regel für den einzelnen Kunden, baute dafür aber nicht unbedingt einen neuen Leisten, sondern wählte einen gut passenden aus. Dieses Verfahren heißt heute Maßkonfektion. Vom klassischen Maßschuh zu unterscheiden ist der orthopädische Maßschuh, der nur nach medizinischer Indikation hergestellt wird.
In Deutschland ist der Schuhmacher ein zulassungsfreies Handwerk (Anlage B Abschnitt 1 Nr. 25 der Handwerksordnung), der Orthopädieschuhmacher dagegen ein zulassungspflichtiges (Anlage A Nr. 36). Der Ausbildungsberuf heißt seit dem 1. August 2018 Maßschuhmacher/Maßschuhmacherin; die dreijährige Ausbildung gliedert sich in die Fachrichtungen Maßschuhe und Schaftbau und löste die Ausbildung zum Schuhmacher von 2004 ab.