Im Detail
Beim Brand wandeln sich die Rohstoffe in Glasphase und Mullit um. Hartporzellan enthält im Durchschnitt mehr Kaolin, etwa die Hälfte der Masse, und wird bei höheren Temperaturen gebrannt; es ist gegen Temperaturschwankungen weitgehend unempfindlich. Weichporzellan enthält mehr Quarz und braucht niedrigere Brenntemperaturen.
Nach dem Formen folgt der Schrühbrand bei 900 bis 1000 °C, der einen porösen Scherben ergibt; danach wird glasiert und im Glattbrand je nach Porzellanart bei 1100 bis 1480 °C gebrannt. Dekore können unter, in oder auf die Glasur aufgebracht werden.
In Europa gelang die Herstellung von Hartporzellan 1708 in Dresden dem Apotheker Johann Friedrich Böttger gemeinsam mit dem Naturforscher Ehrenfried Walther von Tschirnhaus; wie groß der Anteil der beiden jeweils war, ist umstritten. 1710 gründete August der Starke in Dresden die erste europäische Porzellanmanufaktur und verlegte sie wenige Monate später nach Meißen, vor allem, um die Rezeptur geheim zu halten.