Lexikon · Technik & Audio

Damaststahl

Auch: Damaszener Stahl

Kurz erklärt

Stahl aus mehreren Lagen unterschiedlicher Stahlsorten, die durch Feuerverschweißen und Falten verbunden werden; das Lagenmuster wird durch Polieren und Ätzen sichtbar. Ursprünglich hieß so der im indisch-persischen Raum hergestellte Tiegelstahl Wootz.

Im Detail

Der Name verweist auf Damaskus. Ursprünglich bezeichnete er den Tiegelstahl Wootz, der bis Anfang des 18. Jahrhunderts im indisch-persischen Raum hergestellt und über Damaskus nach Europa gebracht wurde. Heute meint Damast- oder Damaszener-Stahl vor allem Schweißverbundstahl, der in Europa seit mehr als 2000 Jahren hergestellt wird. Ob die Bezeichnung tatsächlich auf Damaskus zurückgeht, ist nach dem Museum für Islamische Kunst in Berlin ungewiss; es bringt sie eher mit der Kreuzfahrerzeit in Verbindung.

Für Schweißverbundstahl werden meist 3 bis 15 Schichten aus meist zwei oder drei verschiedenen Ausgangsmaterialien übereinandergelegt, erhitzt und feuerverschweißt. Der Block wird dann getrennt, aufeinandergelegt und erneut verschweißt (Falten); weil sich die Lagenzahl dabei jedes Mal verdoppelt, entstehen nach wenigen Durchgängen Hunderte Lagen. Wird der Stahl verdreht oder unregelmäßig weiterverarbeitet, entstehen Muster wie Torsionsdamast oder wilder Damast.

Nach Härten und Polieren wird der Stahl geätzt: Die Säure greift die Lagen unterschiedlich stark an, so wird das Muster sichtbar. Beim Wootz entsteht das Muster dagegen nicht aus Lagen, sondern aus der Verteilung von Karbiden in einem kohlenstoffreichen Stahl, die ebenfalls durch Polieren und Ätzen hervortritt. Je nach Ausgangsstählen gibt es Damaststahl heute rostfrei oder nicht rostfrei.

Häuser im Guide

2 Häuser, in deren Profil „Damaststahl“ in der Kurzantwort oder den Fakten vorkommt.

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