Im Detail
Beim Biegen bricht Holz normalerweise an der Außenseite, die gedehnt wird. Deshalb wird das Lignin des Holzes vorher durch Wasserdampf oder Kochen erweicht; ein Zugband begrenzt beim Biegen die Dehnung der Außenzone, die Innenzone wird dafür stärker gestaucht. Danach werden die Formteile eingespannt getrocknet, damit sie sich nicht zurückstellen.
Der aus Boppard am Rhein stammende Michael Thonet (1796–1871), gelernter Kunsttischler, begann ab 1830, mit dem Biegen von Holz zu experimentieren, zunächst mit Schicht-, später mit Stabverleimung. Ab den 1850er Jahren konnte auch Massivholz gebogen werden; 1856 erhielt er das Patent zum Biegen massiven Holzes. Die Möbel aus gebogenen Fertigteilen waren leichter als herkömmliche Stühle und ließen sich seriell herstellen.
Von diesem Verfahren zu unterscheiden ist die Bugholzverleimung, bei der dünne Holzschichten verleimt und dann in eine Form gebogen werden; das Ergebnis heißt auch Formholz oder Formsperrholz. Sie wurde im 20. Jahrhundert vor allem von skandinavischen Gestaltern aufgegriffen.