Im Detail
Zu den frühen Verstärkerröhren gehört die „Lieben-Röhre“: Der in Wien arbeitende Physiker Robert von Lieben meldete 1906 ein erstes Patent für ein Relais an, das kleine Stromschwankungen unverzerrt verstärken und so Ferngespräche über große Entfernungen ermöglichen sollte. Beim Zusatzpatent von 1910 bewirkte ein elektrisches Feld an einer gitterförmigen Hilfselektrode, dem „Gitter“, die Verstärkung. Mit dem Aufkommen der Halbleiterelektronik wurden Röhrenverstärker als Audioverstärker weitgehend durch Transistorschaltungen ersetzt.
Die Endstufe ist die letzte verstärkende Stufe, bevor das Signal zur Last, etwa dem Lautsprecher, gelangt; die Bauteile, die sie ansteuern, heißen Vorstufe. Beide Begriffe stammen aus der Röhrenzeit, als sich jeder Stufe eine oder mehrere Röhren zuordnen ließen. Weil die Ausgangsstufe eines Röhrenverstärkers hochohmig ist, braucht sie fast immer einen Ausgangsübertrager, der sie an den niederohmigen Lautsprecher anpasst.
Nachteile sind die aufwendige Hochspannungsversorgung, der Strombedarf für die Heizung der Kathode und die Alterung der Röhren, die nach einer gewissen Betriebsdauer getauscht werden müssen. In vielen technischen Daten sind Röhrenverstärker Halbleiterverstärkern unterlegen; seit Mitte der 1990er-Jahre sind sie im High-End-Bereich dennoch wieder gefragt. Bei subjektiver Bewertung ihrer Klangeigenschaften schneiden sie oft besser ab; Kritiker sprechen von einer „angenehmen Verfälschung“ des Klangs. Bei Gitarrenverstärkern gilt das allmähliche Hineingleiten in die Verzerrung bei Übersteuerung (Soft Clipping) als Teil des Instrumentenklangs.